Halbfinale ist keine Grenze Drucken
Geschrieben von M. Auer (Solinger Tageblatt)   
Dienstag, 21. September 2010

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Alligators ziehen Saisonbilanz: insgesamt positiv, auch wenn die großen Ziele verpasst wurden.

Ob und wann es ein Duell um Bronze in der Deutschen Meisterschaft zwischen den Alligators und den Paderborn Untouchables gibt, ist noch völlig offen. Am kommenden Wochenende jedenfalls nicht, vielleicht am 2.Oktober am Weyersberg. Dann hätte der Solinger Bundesligist auch noch die US-Spieler und seinen scheidenden Trainer Andy Fleischacker an Bord,die in der ersten Oktober-Woche den Flieger Richtung Heimat besteigen. Auf die Saisonbilanz hat diese letzte Aufgabe ohnehin keinen Einfluss. Ihre ganz großen Ziele, den Einzug ins Finale der Meisterschaft und die A-Pool-Qualifikation im Europapokal, haben die Alligators trotz einer sonst starken Saison verpasst. 

André Hughes der „Spieler der Saison“

„Das glatte 0:3 im Halbfinale gegen Heidenheim hat weh getan und mich enttäuscht“, gibt Trainer Andy Fleischacker zu. Er hatte mindestens damit gerechnet, den amtierenden Meister wie im Vorjahr in ein Fünf-Spiele-Duell zwingen zu können. „Unsere Chancen haben wir in Heidenheim verspielt, im dritten Spiel zu Hause haben die Heideköpfe einfach perfekt gespielt“, zollt der 41-Jährige dem Bezwinger aber auch großen Respekt. Für Fleischacker bleibt damit auf der Haben-Seite „nur“ die erneute Nord-Meisterschaft. Sein Spieler der Saison ist Pitcher André Hughes. „Er hat in der regulären Saison alle Spiele gewonnen und uns den Nord-Titel gesichert.“

Keineswegs enttäuscht ist Alligators-Vereinschef Lutz Träbert. „Insgesamt hat die Mannschaft ihr Leistungsvermögen abgerufen, auch wenn wir gegen Heidenheim keine gute Serie gespielt haben“, sagt der frühere Bundesliga-Spieler. Realistisch betrachtet sei Heidenheim mittlerweile ein europäisches Top-Team. „Da muss bei uns schon alles passen, wenn wir sie schlagen wollen“, stellt Träbert fest. Nach dem vierten Halbfinal-Aus in Folge für die Alligators sieht er einen zweiten Titel für den Meister von 2006 trotzdem nicht als unerreichbar. „Das Halbfinale ist keine Grenze für uns, insgesamt war unser Team wieder ein Stück stärker als im Vorjahr“, sieht Träbert Potenzial im eigenen Nachwuchs, aus dem Dustin Hughes, Florian Götze und Robin Drache in diesem Jahr zu echten Leistungsträgern aufgestiegen sind.

Die nächste wichtige Entscheidung für die Zukunft fällt wahrscheinlich noch in diesem Monat. Insgesamt zehn Bewerbungen haben die Alligators für den Posten des Cheftrainers erhalten. „Vier davon sind richtig interessant“, erklärt Lutz Träbert, der indes offen lässt, in welche Richtung die Tendenz geht. Die letzten vier Coaches kamen allesamt aus den USA.

 
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