Baseball-Profi Gronauer: Tolles Jahr in USA Drucken
Geschrieben von M. Auer (Solinger Tageblatt)   
Freitag, 17. Dezember 2010

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Bis Mitte Februar bleibt Kai Gronauer in Solingen. Der US-Profi blickt auf ein tolles Jahr 2010 bei den New York Mets zurück.

Zum zweiten Mal, seit er sich im Frühjahr 2008 auf das Profi-Abenteuer im Mutterland des Baseballs einließ, macht Kai Gronauer quasi Urlaub in seiner Heimatstadt. Nach der dritten Saison in der Organisation des Major-League-Klubs New York Mets hat der 24-Jährige den Status des „Rookie“, wie die Anfänger jenseits des Atlantiks genannt werden, lange abgelegt.

Der Ex-Alligator hat sich zumindest bei Baseball-Insidern in den USA bereits einen Namen gemacht, obwohl er gerade mal auf der Hälfte des Wegs zu den top-bezahlten Stars in der Major League steht. „Es war ein tolles Jahr, auch wenn es ein paar Rückschläge gab“, berichtet der Solinger.

Die absoluten Höhepunkte standen für Kai Gronauer ganz am Anfang und am Ende der Saison. Gleich im Frühjahr durfte er am Training des Major-League-Teams der Mets teilnehmen. „Vielleicht auch, weil ich als Europäer ein interessanter Exot bin, die Mets achten auch darauf, dass sie interessante Geschichten für die Presse haben“, relativiert der Solinger diese besondere Auszeichnung - für ihn eine „unglaublich wichtige Erfahrung“. Die Berufung ins Auswahl-Team der Minor-Leagues im November steht hingegen für sich. Im „Mesa Solar Sox“-Team spielte Kai Gronauer in der Arizona Fall League mit: Begriffe, die hier den wenigsten etwas sagen dürften. „Traditionell sind in der Arizona Fall League die künftigen Major-League-Spieler zu sehen“, ordnet George Greer, Trainer in der Mets-Organisation und derzeit mit Gronauer auf Deutschland-Urlaub, diese Berufung ein.

Alles traumhaft also? „Nein, zwei Verletzungen am Ellenbogen und an der Hand haben mich zwischendurch zurückgeworfen“, erzählt Kai Gronauer. Wegen der ersten Verletzung musste er zunächst zu seinem alten Team in Savannah zurückkehren, wurde erst ein paar Wochen später hochgestuft ins „High-A-Team“ von Port St. Lucie in Florida. Dort arbeitete der 24-Jährige mit Schlagtrainer George Greer und bekam einen eigenen Mentor mit dem Ex-Major-League-Catcher Michael Barrett. „Von ihm habe ich ungeheuer wertvolle Tipps bekommen“, sagt der Solinger.

Angeln und Golfen an freien Tagen

Dass die Mets an seine Zukunft glauben, hat ihm auch der Scouting-Direktor der Organisation in einem persönlichen Gespräch versichert. Je weiter er in den Profi-Bereich vorstößt, desto höher werden aber auch die Anforderungen. „Vor allem mental wird’s immer härter“, berichtet Kai Gronauer, der sich auf der Schlüsselposition des Catchers mit immer besseren und top-vorbereiteten Gegnern auseinandersetzen muss. An das Profi-Leben an sich hat er sich gut gewöhnt. In Port St. Lucie bewohnt er ein Haus mit drei Mitspielern, obwohl echte Freundschaften angesichts der Konkurrenz selten entstehen. Der Strand in Port St. Lucie steht an freien Tagen selten auf dem Programm. „Eher Angeln oder Golfen“, erzählt der Ex-Handballer. Damit wird er den Strand demnächst auch nicht vermissen. Denn die nächsthöhere Liga-Station der Mets ist in Binghampton bei New York.

 
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