Auf dem Weg zum Boom Drucken
Geschrieben von T. Rademacher (Solinger Morgenpost)   
Mittwoch, 15. Dezember 2010

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Deutscher Baseball entwickelt sich weiter. Kai Gronauer ist in Solingen längst zur Leitfigur seiner Sportart avanciert. Der ehemalige Alligators-Catcher könnte aber bald schon zum Aushängeschild für ganz Deutschland werden.

Baseballspieler lernen nie aus. Das weiß auch Kai Gronauer. Nachdem der Solinger sich vor knapp drei Jahren dazu entschieden hatte, in den USA Baseball zu spielen, hat der Catcher seine Stärken ausgebaut und an seinen Schwächen gearbeitet. Einen Einblick in die Arbeit gewährten die Solingen Alligators nun in Zusammenarbeit mit Lionell Chattelle und George Greer, die genau wie Gronauer in der Organisation der New York Mets tätig sind. Letzterer war zuletzt Gronauers Hitting-Coach, also Schlagtrainer, bei den St. Lucie Mets. 

Vier Mal bot Greer die Trainingseinheiten für unterschiedliche Altersklassen an. Nicht nur Nachwuchsspieler der Alligators nahmen das Angebot an. „50 bis 70 Spieler waren an beiden Tagen da“, freut sich Kai Gronauer über die gute Resonanz. „Es lohnt sich. George ist seit 34 Jahren Coach und hat ein Fachwissen, das einfach unglaublich ist.“ Den Kontakt zu den Alligators hat freilich Gronauer hergestellt. „George macht die Sache hauptsächlich aus Spaß. Er will sich Deutschland ansehen und mag gerne Apfelstrudel“, lacht der Solinger. Den Touristenführer für seinen amerikanischen Gast wird Kai Gronauer in den kommenden Tagen selbst mimen.

Akribisch bereitet George Greer die vierstündige Einheit mit den Baseballern vor. Alleine 45 Minuten dauert das Vorgespräch, an dem unter anderem mit Florian Götze auch ein Bundesligaspieler der Alligators teilnimmt. Der 64-Jährige weiß, welche technischen und mentalen Tipps er den jungen Baseballern geben muss. Mit dem gebotenen Talent ist er zufrieden. „Ich sehe hier das Gleiche wie in den USA“, erklärt Greer. „Die Chance, dass es jemand bis nach ganz oben schafft, ist genauso vorhanden.“

Die Masse an Spielern fehlt in Deutschland natürlich - es ist schließlich keine Volkssportart wie in den USA. George Greer sieht Kai Gronauer schon jetzt als deutschen Botschafter für Baseball. „Es liegt jetzt nur noch an ihm, ob er es in die Major League Baseball (MLB) schafft“, sagt der Coach. „Ich wünsche es ihm. Er hat alles, was einen Profisportler ausmacht.“ Sollte Gronauer der Sprung gelingen, rechnet Greer mit einem kleinen Baseball-Boom in Deutschland. „Mit einer Leitfigur wächst das Interesse, den Sport auszuüben. Und die Amerikaner sehen, dass aus Deutschland ein guter Baseballer hervorgegangen ist. Sie werden sich fragen, ob da noch mehr sind.“

Wie sehr der amerikanische Coach Kai Gronauer schätzt, fällt vor allem auf, wenn er ihn mit einigen MLB-Spielern vergleicht, mit denen er schon zusammengearbeitet hat. „Es ist toll, dass Kai sein Wissen weitergibt. Wie gut das Gefühl erst für die Kids sein muss, dass ein solcher Spieler mit ihnen an ihren Schwächen arbeitet.“

 
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