Absurder Heimspiel-Raub Drucken
Geschrieben von M. Auer (Solinger Tageblatt)   
Donnerstag, 19. August 2010

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Der Deutsche Baseball-Verband verlegt das Spiel gegen Pulheim eigenmächtig nach Dortmund. Die Alligators gewinnen mit 2:1 Runs. 

Einen verwaisten Weyersberg erlebten gestern Abend diejenigen Alligators-Fans, zu denen sich der sicherlich einmalige Vorgang in der Baseball-Bundesliga noch nicht herumgesprochen hatte. Nur 24 Stunden vor der angesetzten Nachholpartie der Solinger gegen die Pulheim Gophers entschied der Deutsche Baseball-Verband (DBV) gegen alle Einsprüche der heimberechtigten Alligators, dass die Partie von 18.30 Uhr am Weyersberg auf 19.30 Uhr im 70 Kilometer entfernten Dortmunder Hoeschpark verlegt wird. Die Alligators traten unter Protest an und gewannen mit 2:1 Runs. Damit bekommt die Dortmunder Komödie heute um 19.30 Uhr eine zweite Auflage. Pulheim muss gewinnen, um noch in die Playoffs einzuziehen.

DBV überschreitet seine Kompetenz

Den Ablauf des „Heimspiel-Raubs“ stellte der Alligators-Vorsitzende Lutz Träbert gestern aus seiner Sicht in einem offenen Protest-Brief an den DBV dar. Einmal abgesehen davon, dass der Verband auch die Dortmund Wanderers als Heimverein im Hoeschpark mit einem nie erhaltenen Einverständnis der Alligators ausgetrickst haben soll, führt er die DBV-Entscheidung auch inhaltlich ad absurdum. Denn Sinn der Aktion sollte sein, mit dem Flutlicht im Hoeschpark ein reguläres Spielende zu garantieren. Da in Dortmund aber wegen der Nachbarn um 22 Uhr das Flutlicht ausgeschaltet werden muss, war die Nettospielzeit dort bei Start um 19.30 Uhr auf zweieinhalb Stunden begrenzt. Diese Spanne hätte man in Solingen bei Beginn um 18.30 Uhr und Sonnenuntergang um 20.51 Uhr beinahe auch erreicht.

„Die Liga-leitende Stelle hat außerdem ihre Kompetenz überschritten, eine Neuansetzung des Spielorts sieht die Bundesspielordnung nicht vor“, erklärt Lutz Träbert, der den DBV mit einer Kostenerstattung konfrontieren will.

Absurde Züge bekam das Geschehen gestern Abend in Dortmund. Das komplette Team der Pulheim Gophers war bereits um 17.45 Uhr am Platz, hätte also zu einer völlig unproblematischen Anfangszeit in Solingen sein können. Und während am Weyersberg die Sonne schien, regnete es im Hoeschpark in Strömen, so dass man tatsächlich erst um 20.30 Uhr anfangen konnte. Zwei Stunden dauerte die Partie, die Wanderers mussten ihren Zapfenstreich um eine halbe Stunde überziehen. Die Alligators, die mit Jens Cornelsen als Pitcher starteten, gingen im vierten Inning durch Runs von Dominik Wulf und Nils Hartkopf mit 2:0 in Führung. Richtig eng wurde es im achten Inning. Der inzwischen werfende Hartkopf kassierte das 1:2 und sah sich geladenen Bases ohne Aus gegenüber, hielt aber den knappen Vorsprung.

 
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