Offener Brief an den DBV Drucken
Geschrieben von LT   
Mittwoch, 18. August 2010
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Sehr geehrter Herr DBV Präsident Hartmann,
sehr geehrter Herr DBV Vizepräsident Elsishans,
meine Damen und Herren,
 
als Vorsitzender der Solingen Alligators und Sprecher der Bundesligavereine der Bundesliga Nord möchte ich Ihnen hiermit noch einmal in aller Deutlichkeit mitteilen, dass die Solingen Alligators einer Verlegung der Nachholspiele gegen die Pulheim Gophers nach Dortmund widersprechen. In einer noch nie dagewesenen Aktion raubt die Ligaleitende Stelle den Solingen Alligators zwei Heimspiele.
 

Wir fassen die Vorgänge der letzten 2 Tage noch einmal aus unserer Sicht zusammen:

Nachdem die Spiele am vergangenen Sonntag gegen Pulheim wegen Regens ausgefallen sind, wurde am Montag Vormittag zwischen der Ligaleitenden Stelle, Herrn Hoffmann, und unserem Spielbetriebsleiter, Herrn Götze, vereinbart, dass die Nachholspiele am Mittwoch und Donnerstag, jeweils um 18.30h, in Solingen ausgetragen werden. Entsprechende Ankündigungen wurden auf unserer Homepage veröffentlicht, und an die Presse gegeben (vgl. Rheinische Post, Solinger Tageblatt, mister-baseball.com, baseball-deutschland.de).

Am Montag Abend verfasste die Ligaleitende Stelle eine EMail an die Dortmund Wanderers, ob der dortige Platz zur Verfügung stehen würde. In der Email heißt es ausdrücklich an die Solingen Alligators: "Würdet ihr das mitmachen?"

Am Dienstag gegen 13.00h teilten die Dortmunder mit, dass der Platz zur Verfügung stehen würde, jedoch unter dem Vorbehalt, dass "eine endgültige Verlegung des Spielorts nach Dortmund von der Zusage beider Teams abhängig gemacht wird". Um 13.51h widersprachen die Solingen Alligators der Verlegung.

Am Dienstag um 17.15h, gerade einmal 26 Stunden vor Beginn der ersten Partie, erhielten wir eine Email des DBV, dass die Ligaleitende Stelle nunmehr bestimmt, dass die Nachholspiele der Alligators gegen Pulheim in Dortmund ausgetragen werden. Geradezu ein Schlag ins Gesicht der Alligators ist dabei der letzte Satz der Ligaleitenden Stelle, in der "den Alligators für die Flexibilität gedankt wird".

Wie uns die Dortmund Wanderers am Dienstag Abend berichteten, behauptete die Ligaleitenden Stelle den Dortmund Wanderers gegenüber, die Alligators hätten der Verlegung zugestimmt. Diese Behauptung ist unwahr.

Dabei ist auch die von der Ligaleitende Stelle vorgebrachte Argumentation, die Spiele könnten in Solingen mangels Flutlicht nicht durchgeführt werden, nicht nachvollziehbar. Auch in Dortmund muss das Flutlicht um 22 Uhr ausgestellt werden, so dass nach der Ansetzung des Spiels um 19.30h für das Spiel max. 2 1/2 Stunden zur Verfügung stehen. Mit einem Spielbeginn um 18.30h in Solingen wäre u.E. auch eine Spieldauer von 2 1/2 Stunden möglich, Sonnenuntergang ist um 20.51h (Auskunft des Wetteramtes).

Als Alternative haben wir einen Spielbeginn um 18.ooh angeboten, was aber von der Ligaleitenden Stelle "mit Rücksicht auf die Pulheim Goophers" abgelehnt wurde. Eine Argumentation, die angesichts der zusätzlichen Fahrzeit von Solingen nach Dortmund von ca. 1 Stunde im Abendverkehr nicht nachvollziehbar ist. Wer um 19.00h in Dortmund sein will, der kann auch um 18.00h in Solingen sein.

Die Ligaleitende Stelle hat unseres Erachtens auch mit dieser einseitigen Entscheidung ihre Kompetenzen überschritten, denn Ziffer 11.05.1 der Bundesspielordnung legt eindeutig fest, dass von der Ligaleitenden Stelle nur ein neuer Spieltermin festgesetzt werden kann, nicht aber ein neuer Spielort. Im Übrigen sieht Ziffer 11.2.05 der Bundesspielordnung vor, dass, wenn sich die Vereine über den Spieltermin einigen können, der neue Spieltermin spätestens 3 Tage vor dem neuen Termin festzusetzen ist. Auch 11.2.05 erteilt der Ligaleitenden Stelle ausschließlich die Kompetenz, den Spieltermin neu festzusetzen, nicht aber den Spielort.

Den Alligators entgehen durch die Entscheidung des DBV nicht nur die Eintritts- und Cateringeinnahmen (zzgl. Rückerstattungsansprüche der Karteninhaber vom vergangenen Sonntag), die für die Finanzierung des Spielbetriebes absolut notwendig sind, auch die Sponsoren der Alligators haben einen Anspruch auf Durchführung der werbeträchtigen Heimspiele. Dass die Alligators auch bei Abendspielen durchaus einen regen Zuschauerzuspruch haben, haben sie zuletzt beim CEB Cup bewiesen.

Der Vorstand der Solingen Alligators hat sich in seiner gestrigen Sitzung entschieden, aus Verbundenheit mit unseren Hamburger Freunden, die einen Anspruch darauf haben, dass die Solingen Alligators auch bei für sie unbedeutenden Nachholspielen ihr Bestes geben, die Spiele auszutragen.

Wir gehen jedoch davon aus und erwarten, dass der DBV den Solingen Alligators nicht nur die durch die Verlegung entstehenden Mehrkosten (Flutlicht, Schiedsrichter, Scorer, Fahrtkosten einschließlich Mietwagen) erstattet, sondern auch für die entgangen Einnahmen (Eintritts- und Cateringeinnahmen, Ausfall von Sponsorengeldern) aufkommt. Eine entsprechende Rechnung werden wir dem DBV in der kommenden Woche zukommen lassen.

Als Anlage fügen wir die zwischen dem DBV, den Solingen Alligators und den Dortmund Wanderers gewechselte Korrespondenz bei. Eine Kopie dieses offenen Briefes haben wir den oben genannten Medien zur Verfügung gestellt.
 
Mit sportlichen Grüßen
 
Lutz Träbert
1. Vorsitzender
Solingen Alligators

 
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