Licht am Ende des Tunnels Drucken
Geschrieben von Martin Auer (Solinger Tageblatt)   
Samstag, 02. Januar 2010

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US-Baseball-Profi Kai Gronauer über das Jahr, in dem er „am meisten gelernt“ hat, die Chancen auf die Major League und seine Probleme mit dem amerikanischen Essen.

Sein erstes Profi-Jahr in den USAverlief noch ein wenig holprig, 2009 hat den Solinger Baseball-Profi Kai Gronauer richtig nach vorne gebracht. Der 23-jährige Catcher, der bei der Organisation der New York Mets unter Vertrag steht, spielte eine starke Saison bei den Savannah Sand Gnads. Im September nahm er für Deutschland an der Baseball-Weltmeisterschaft teil. Danach gab es noch ein dreiwöchiges Trainingslager in der Dominikanischen Republik, seit Ende November ist er wieder in Solingen. Zurück in die USA geht es erst Ende Februar. Ins neue Jahr ist er gemeinsam mit Freundin Kristin auf der Insel Sylt gerutscht.

Wie funktioniert eigentlich eine Beziehung, wenn man Zweidrittel des Jahres 6000 Kilometer voneinander entfernt lebt?

Gronauer: Es funktioniert sehr gut. Während ich in Deutschland bin, versuchen wir möglichst viel Zeit zusammen zu verbringen, machen unseren gemeinsamen Urlaub in diesen Monaten. In diesem Jahr hat es Kristin geschafft, für zwei Wochen nach Savannah zu kommen, das war natürlich ein besonderes Highlight. Und ansonsten gibt es das Internet-Telefon mit Web-Cam.

Mit acht Monaten USA im Jahr, gibt es da Dinge, die Sie jetzt besonders an Deutschland schätzen?

Gronauer: Ich freue mich super, dass ich im Moment hier in Deutschland bin. Amerika ist halt anders, besonders was das Essen angeht. Ich esse gerne deftig, zum Beispiel Grünkohl und solche Sachen. Das geht drüben nicht mal, wenn man selbst kocht. Man bekommt einfach die Zutaten nicht. Derzeit bin ich froh, dass ich nicht ständig Hähnchen oder Steak essen muss.

Wie sieht Ihr Alltag in Savannah aus? Wie wohnen Sie, und gibt es überhaupt ein Leben außerhalb des Sports?

Gronauer: Während ich im ersten Jahr in Florida im Hotel gelebt habe, habe ich mir jetzt in Savannah eine Wohnung mit einem anderen Catcher geteilt - etwas außerhalb, aber in der Nähe vom Stadion. Da war schon viel normaler Alltag dabei, das Training beginnt erst um 15 Uhr, danach ist dann das tägliche Spiel.

Wie war das Jahr bei den Savannah Sand Gnads für Ihre sportliche Entwicklung?

Gronauer: Das war definitiv das Jahr, in dem ich am meisten gelernt habe - vor allem über meinen eigenen Körper. Der Spielrhythmus in der Liga ist brutal, das Team spielt jeden Tag, ich selbst hatte meist erst nach drei Spielen wieder einen Tag Pause. Zweimal war ich verletzt. Du wirst zwar betreut, aber Du musst selbst dafür sorgen, dass Du genauso stark zurückkommst wie vor der Verletzung. An die direkte und mitunter sehr scharfe Kritik der Teammanager musste ich mich auch gewöhnen. Und nicht zuletzt ist auch der Umgang in einem Profiteam ein anderer als etwa bei den Alligators, wo alle miteinander befreundet sind.

Single A ist die vierthöchste Profi-Liga in den USA. Kann man das mit unteren Profi-Ligen hierzulande im Fußball vergleichen?

Gronauer: In mancher Hinsicht bestimmt. Wir haben auch Auswärtsfahrten, wo wir zwölf Stunden im Bus sitzen. Andererseits gibt es bei uns keinen Auf- oder Abstieg. Gewinnen ist zwar wichtig, aber noch wichtiger ist die Entwicklung der einzelnen Spieler. So gibt es auch keine Siegprämien, aber zum Beispiel eine Prämie für den besten Spieler des Monats im Team.

Was erwartet Sie, wenn Sie Ende Februar in die USA zurückkehren?

Gronauer: Zunächst geht es wieder zum Spring-Training nach Florida. Wenn ich mich nicht ganz blöd anstelle, kämpfe ich mit einem anderen Catcher um den Platz im Double-A-Team von Binghampton. Für dieses Duell muss ich top-fit sein, deshalb bin ich schon jetzt jeden Tag im Fitness-Studio, und ab Anfang Januar mache ich die Vorbereitung bei den Alligators mit.

Wie sieht Ihre Karriereplanung aus? Sie sind 23, gibt es ein Alter, in dem man den Sprung in die Major-League gepackt haben muss?

Gronauer: Da gibt es keine Faustregel, manche kommen erst mit 31 oder 32 nach oben. Mein Grundziel bleibt die Major-League, aber feste Etappenziele setze ich mir eigentlich nicht. Der Sprung nach Double A ist ein entscheidender, ab da sieht man Licht am Ende des Tunnels. Zum Beispiel ist der letzte Catcher von Binghampton mitten in der Saison ins Major-League-Team hochgezogen worden. In einem Double-A-Team verdient man deutlich mehr Geld, dort wird man auch von anderen Organisationen beobachtet, dort beginnt der Handel von Spielern.

Haben Sie einen Wunsch oder Vorsatz für das neue Jahr?

Gronauer: Gesund bleiben, auch wenn das profan klingt. Aber in 2009 habe ich zum ersten Mal gespürt, wie sehr ich in diesem Beruf davon abhängig bin, dass der Körper mich nicht im Stich lässt.

 
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Bundesliga/Nord 2010

 

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